Qualifizierte Schadensexpertise seit drei Generationen

1918-1956 Paul Gielisch

Paul Gielisch ist für den Hamburger Assecuradeur B. Glauerdt als Angestellter tätig und wird 1917 nach Düsseldorf entsandt. Dort stellt er bei der Handelskammer zu Düsseldorf einen Antrag auf Vereidigung als Dispacheur. Am 16.01.1918 erhält er die entsprechende Urkunde. Gleichzeitig wird er am 15.01.1918 vom Verein Hamburger Assecuradeure zum Havariekommissar für Düsseldorf ernannt.

Aufgrund seiner fachlichen Kenntnisse und seiner Berufserfahrung findet er schnell Anerkennung in der Branche und eröffnet noch im selben Jahr sein eigenes Büro. Neben seiner Arbeit als Havariekommissar engagiert sich der junge Mann für die Säuberung des Rheins. Mit seinem eigenem Schiff – der P. Gielisch Düsseldorf – fährt er durch die Fahrrinne und entrümpelt mit Gleichgesinnten den Fluss von Kriegsmaterialien.

In den darauf folgenden Jahren folgen weitere Benennungen zum Havariekommissar oder Dispacheur für Düsseldorf: 

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage, schafft es Paul Gielisch mit seiner neu gegründeten Firma zu bestehen und baut seine Geschäftskontakte kontinuierlich aus. Ende der dreißiger Jahre steht der Name Paul Gielisch bei den Versicherern als Garant für eine kompetente und fundierte Schadenbearbeitung.

Während des Zweiten Weltkriegs setzt er seine Tätigkeit unbehelligt von den Nationalsozialisten fort. Er ist gefragter Fachmann für alle Schadenfälle, die bei Transporten per Schiff, Bahn oder LKW eintraten. Er recherchiert zu Schadenursachen und kümmert sich um Schadgutverwertung. Außerdem interveniert er bei Schiffskollisionen auf dem Rhein, organisiert Bergungen, erarbeitet und erstellt Dispachen und Expertisen.

Paul Gielisch hat - wie sein Sohn und sein Enkel- ein Faible für Kunst und ist als Gutachter für Schäden an Kunstgegenständen tätig.

Paul Gielisch hat drei Kinder. 1956 übergibt er seinem jüngsten Sohn Carl die Leitung des Unternehmens. Zu diesem Zeitpunkt sind weniger als fünf Mitarbeiter beschäftigt, darunter der Lehrling Hans Riedel.

1956-1990 Carl Gielisch

Carl Gielisch hilft bereits vor Abschluss seines Studiums als Jurist und Maschinenbauer im väterlichen Unternehmen und lernt das Metier von der Pike auf. Am 14.12.1959 wird er vor der Industrie- und Handelskammer vereidigt und als Dispacheur öffentlich bestellt.

Am 01.01.1961 wird Carl Gielisch vom Comité Central des Assureurs Maritimes de France zum Havariekommissar bestellt. Am 15.08.1963 folgt die Bestellung durch den Verein Hamburger Assecuradeure.

In der Unternehmenszentrale in Düsseldorf erhöht Carl Gielisch die Mitarbeiterzahl. Drei Lehrlinge werden ausgebildet. Darunter sind Hans Riedel und Willi Fleischhauer, die über 50 Jahre in der Firma als Havariekommissare für Transportschäden und Schiffskaskoschäden tätig sind. Willi Fleischhauer baut die Abteilung für Schiffskasko aus. Seinem Engagement ist zu verdanken, dass die Sachverständigen der Schiffskasko heute auf allen west- und osteuropäischen Fluss- und Kanalsystemen tätig sind.

1964 wird in Stuttgart die erste Zweigniederlassung gegründet. 1969 folgen Frankfurt am Main und Köln. 1977 wird das Büro München gegründet.

Am 01.08.1983 ernennt der Verein Bremer Seeversicherer e.V. die C. Gielisch GmbH als Havariekommissariat für Düsseldorf. Im August des darauffolgenden Jahres erfolgt die Bestellung zum Havariekommissariat durch Comisariado Español Maritimo, S.A. in Madrid.

Neben seiner Tätigkeit als Havariekommissar hat Carl Gielisch großes Interesse an Kunst und ist selbst Kunstsammler. Aufgrund dessen wird er für die Begutachtung von Transportschäden an Kunstwerken beauftragt. Daraus entwickeln sich fundierte Kenntnisse, die er im zunehmenden Maß als Sachverständiger für Kunst einsetzt. Carl Gielisch ist in der Kunstszene gut vernetzt und wird bei namhaften Museen und Kunstsammlern tätig. So schafft es das Unternehmen sich im Bereich der Kunst einen internationalen Ruf zu erwerben.

Das wichtigste Geschäftsfeld bleibt aber nach wie vor die Begutachtung von Schiffs- und Transportschäden. Carl Gielisch knüpft Kontakte über die Grenzen Deutschlands hinaus, insbesondere nach Skandinavien, Frankreich, Belgien, die Niederlande und England.

Carl Gielisch stirbt im April 1990 mit 63 Jahren.

 

 

Seit 1990 – Claus Gielisch

Sein Sohn Claus Gielisch übernimmt mit 32 Jahren die Firmenleitung. Er ist Jurist und arbeitet bereits vor dem Tod seines Vaters als stellvertretender Geschäftsführer in der Firmenniederlassung in München. Dort lernt er in der Praxis das operative Geschäft kennen. 1991 wird Claus Gielisch als Dispacheur vereidigt.

Claus Gielisch tritt in die Fußstapfen seines Vaters und wird international als Sachverständiger für Kunst tätig, 2008 wird er als Kunstsachverständiger von der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf öffentlich bestellt und vereidigt, 2015 wird die Bestellung um weitere fünf Jahre verlängert. Mit einer weiteren Kunstsachverständigen wird der Kunstbereich 1996 weiter ausgebaut.  

 

Havariekommissariat aus Tradition

Die einzelnen Büros der C. Gielisch GmbH werden über viele Jahre kontinuierlich im In- und Ausland als Havariekommissariate ernannt. Bestehende Ernennungen werden verlängert und sind bis heute gültig:

 

  •  American Institute of Marine Underwriters (AIMU)
  • Comité d’Etudes et de Services des Assureurs Maritimes et Transports (CESAM)
  • Comisariado Español Maritimo (COMISMAR)
  • Verein Hanseatischer Transportversicherer e.V. Hamburg-Bremen (VHT)

Gründung weiterer Niederlassungen

Nach dem Fall der Mauer expandiert Claus Gielisch Richtung Osten. 1989 bis 1993 werden Büros in Berlin, Leipzig, Budapest, Nürnberg, Dresden und Almaty eröffnet. 1997 wird ein weiteres Büro in Hamburg gegründet. 1998 folgt Warschau. In den Jahren 2003 bis 2011 werden unter Führung von Claus Gielisch weitere Büros in Bratislava, Saarbrücken, Gera, Magdeburg, Münster und Hannover eröffnet. 2015 folgt ein Büro in Bremen, Ende 2016 eine weitere Niederlassung in Offenburg. Insgesamt ist die C. Gielisch GmbH heute an 15 Standorten in Deutschland vertreten. Eigene Niederlassungen gibt es in Breslau und Budapest, die Auslandsbüros in Almaty, Bratislava und Warschau wurden geschlossen.

Entstehung neuer Geschäftsfelder

Bis Mitte der 80er Jahre konzentriert sich die C. Gielisch GmbH auf die Geschäftsfelder Schiffskasko, P&I und Transport. Die guten Verbindungen nach England führen Anfang der 90er Jahre zu ersten Beauftragungen aus England für die Begutachtung von Haftplicht- und Sachschäden auf dem deutschen Markt. Daraus entwickeln sich erste Kontakte zu deutschen Auftraggebern. Somit ist der Grundstein für den Aufbau der Geschäftsfelder Haftpflicht- und Sachschaden gelegt, die sich bis Mitte der 90er Jahre zu den tragenden Säulen des Unternehmens entwickeln.

Zeitgleich wird aufgrund der Nachfrage eines namhaften deutschen Filmversicherers der Geschäftsbereich Film, TV, Medien und Event gegründet.

Aufgrund des wachsenden Interesses nationaler und internationaler Versicherer und Firmen an Dienstleistungs-Lösungen für die Desk-Top-Schadenbearbeitung von Frequenzschäden wird im Mai 2000 die Tochtergesellschaft Gielisch Claims Management (GCM GmbH) gegründet.

2011 wird der Geschäftsbereich Windenergie aufgebaut. Zwei Fachingenieure für Windenergietechnik bilden den Kern eines Teams zur Begutachtung von Schäden an Windenergieanlagen.

2016 wird die Gielisch Valuation & Service GmbH gegründet. Unter dem Dach der Gielisch Valuation GmbH sind die Geschäftsbereiche Schiffswertgutachten und Loss Prevention Transport gebündelt.

Die zunehmende Komplexität der Schäden führt im Laufe der Jahre zu einer zunehmenden Spezialisierung der Sachverständigen. Derzeit verfügt das Unternehmen über einen Know-how-Pool von mehr als 60 Sachverständigen aus den Bereichen Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Bauwesen, Architektur, Transport und Logistik, Agrarwissenschaften, Rechtswesen, Kunst, Film, Medien und Versicherungswesen. Insgesamt beschäftigt die C. Gielisch GmbH 120 Mitarbeiter. In der Tochtergesellschaft Gielisch Claims Management GmbH sind 20 Mitarbeiter tätig.

 

 

Internationales Netzwerk

Claus Gielisch ist 1992 Mitgründer seines ersten europäischen Netzwerkes MEP – McLarens European Partners. 2002 löst sich das internationale Netzwerk McLarens European Partners auf und firmiert in neuer Zusammensetzung unter „vrsuniverse“, nunmehr weltweit. Aus „vrsuniverse“ wird 2009 „vrs Adjusters“. Erneut ist die C. Gielisch GmbH Gründungsmitglied und bis heute ist Claus Gielisch Vorstandsmitglied. vrs Adjusters vereint 450 Partner-Büros in 140 Ländern.